Über 50 Hängebirken haben im September und Oktober 2019 ihren großen Auftritt im Klagenfurt Wörthersee Stadion. Vom Star-Landschaftsarchitekten Enzo Enea handverlesen fügen sie sich mit mehr als 250 anderen Bäumen zum authentischen Mischwald der Kunst-Intervention „FOR FOREST - Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ von Klaus Littmann. Die Hängebirke ist der Frühlingsbote schlechthin und dabei Heimat von fast 500 verschiedenen Tierarten. Ihre weiße Rinde schützt sie vor der Sonne und ihre gezackten Blätter zersägen allzu aufdringliche Nachbarbäume…

Weit verbreiteter Frühlingsbote

Die Hänge-Birke (botanische Schreibweise) auch Sandbirke, Weißbirke oder Warzenbirke genannt, ist eine sommergrüne Laubbaumart aus der Gattung der Birken (Betula). Ihr schlanker, eleganter Wuchs, ihre weiße Borke und ihr zartes Frühjahrsgrün machen sie zum Frühjahrssymbol. In Skandinavien und in Russland hat sie im Volksbrauchtum eine ähnliche Rolle wie die Linde und die Eiche in Deutschland. Als „Sand-Birke“ benannt, war die Hängebirke Baum des Jahres 2000.

Weiße Rinde als Schutz

Am augenfälligsten ist die weiße Glattrinde der Hängebirke. Sie wird von einem Oberflächenperiderm gebildet, das allerdings nicht lebenslang aktiv ist. Es platzt borkig auf und wird dann von einem Tiefenperiderm abgelöst. Die ältesten Schichten der weißen Glattrinde können sich mehr oder minder großflächig abringeln oder in schmalen Streifen ablösen. Die weiße Farbe der Rinde kommt durch eine Einlagerung von Betulin zustande, welches das Licht vollständig reflektiert, wodurch die Rinde weiß erscheint. Die weiß gefärbte Rinde wird als Schutzmechanismus gegen Rindenschäden durch intensive Sonneneinstrahlung (Rindenbrand), besonders im Winter, gedeutet.

Aggressive Nachbarin und Trümmerbaum

Die Hängebirke hat eine aggressive Technik entwickelt, um sich in der Konkurrenz um das Sonnenlicht gegen andere Baumarten durchzusetzen: Die durch Korkwarzen wie Schleifpapier wirkenden schlaff hängenden Zweiglein schleifen bei Windeinwirkung stetig und effektiv regelrechte Schneisen in die Baumkronen dicht benachbart stehender Bäume anderer Arten. Die Hängebirke tritt als Pionierbaumart bevorzugt bei der Wiederbewaldung offener Vegetationsformen wie Heiden (gemeinsam mit der Waldkiefer) auf, sie ist hier nicht so stark an sauere Standorte gebunden und tritt z. B. regelmäßig gemeinsam mit der Salweide auf Trümmerschutt auf.

Heimat für fast 500 verschiedene Arten

Die Birkenarten gehören zu den heimischen Baumarten mit besonders vielen an sie angepassten wirbellosen Tierarten: 499 verschiedene Arten wurden auf Birken in Deutschland gezählt, davon 106 Käfer, 140 Groß- und 105 Kleinschmetterlingsarten. 133 Arten sind mehr oder weniger stark auf die Birken spezialisiert. Eine spezialisierte Käferart ist z. B. der Birken-Blattroller (Deporaus betulae, Rhynchitidae), der den vorderen Teil der Blattspreite in einen kunstvolles, tütenförmiges „Päckchen“ umbaut, in das er seine Eier ablegt.

Steckbrief Hänge-Birke, Betula pendula

🇮🇹 Betulla comune

🇫🇷 Bouleau commun

Pflanzengruppe: Gehölz  

Untergruppe: Laubgehölz

Familie: Betulaceae


Gilt als heimisch in: CH, DE, AT

Heimat: Europa, Nordafrika, Naher Osten, N-/O-Asien

Habitus: Baum bis Grossbaum, mit lockerer, schlanker Krone; oft mehrstämmig

Höhe: 15.00 - 20.00 m

Drinnen/draussen: mehrjährig im Freien


Blüte: gelb 

Blütezeit: März bis April

Fruchtfarbe: braun/beige/grau

Spross/Stamm: braun/grau, weiss, schwarz, auffällige Struktur

Blattform: rautenförmig bis dreieckig

Blattrand: gesägt

Blattstellung: wechselständig

Belaubung: sommergrün