Auch die Weißtanne hat im September und Oktober 2019 ihren großen Auftritt im Klagenfurt Wörthersee Stadion. Vom Star-Landschaftsarchitekten Enzo Enea handverlesen fügen sie sich mit mehr als 290 anderen Bäumen zum authentischen Mischwald der Kunst-Intervention „FOR FOREST - Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ von Klaus Littmann. Die Weißtanne ist ein sehr empfindlicher und daher (vor allem in Österreich) gefährdeter Baum. Im Mittelalter war sie eine viel genutzte Heilpflanze. Heute ist sie ein beliebter Christbaum.

Großer Nadelbaum

Die Weiß-Tanne (botanische Schreibweise) ist eine europäische Nadelbaumart aus der Gattung Tannen (Abies) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Der Name leitet sich von der im Vergleich zur Gemeinen Fichte (Picea abies) auffallend hellgrauen Borke ab. Die Art kann ein Höchstalter von 500 bis 600 Jahren und eine Wuchshöhe von 30 bis 50 Metern, im Einzelfall sogar bis 65 Meter erreichen. In Österreich nimmt die Weißtanne 2,4 Prozent der Waldfläche ein und wird als „gefährdet“ eingestuft. Die Weißtanne war im Jahr 2004 Baum des Jahres in Deutschland sowie 2015 in Österreich.

Empfindlicher Baum

Die Weißtanne gilt als die schadstoffempfindlichste einheimische Baumart und wird von einer Vielzahl von Schädlingen befallen. Sie reagiert vor allem empfindlich auf eine Belastung mit Schwefeldioxid. Daher hat der Bestand an Weißtannen in den letzten 200 Jahren stark abgenommen. Einerseits durch Befall von eingeschleppten Schädlinge wie der Weißtannentrieblaus (Dreyfusia nordmannianae) sowie durch Verbissschäden durch Rot- und Rehwild. Zu den ökonomischen Einflüssen zählten die Kahlschlagwirtschaft, die Übernutzung sowie die Bevorzugung der Fichte im Waldbau.

Perfekter Christbaum

Sehr verbreitet ist die Nutzung der jungen Weißtannen als Christbaum. Dabei ist der Anteil an den beliebtesten Weihnachtsbaumarten jedoch regional unterschiedlich.

Heilpflanze im Mittelalter und darüber hinaus

Bereits seit der Antike wurde die Weißtanne als Arznei- und Heilpflanze genutzt. In der mittelalterlichen Kräutermedizin galt sie als Symbol der Kraft. Das Harz wurde verwendet, um die Wundheilung zu beschleunigen und Rheuma zu behandeln. Es wurde ihm auch durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Das Kauen des Harzes sollte das Zahnfleisch festigen und gegen Zahnverfall helfen. Aufgüsse, sogenanntes „Tannenbier“, wurden im 16. und 17. Jahrhundert gegen Skorbut verabreicht. Sebastian Kneipp empfahl Tannentee aus frischen Trieben, um den Auswurf bei Husten und Verschleimung zu fördern und die Lunge zu stärken. Aus den Zapfen wurde durch Wasserdampfdestillation Templinöl gewonnen, welches äußerlich gegen Bindehautentzündungen, Blutergüsse, Muskelkater sowie Muskelzerrungen eingesetzt wurde.

Steckbrief: Weiß-Tanne
, Abies alba

🇮🇹 Abete bianco

🇫🇷 Sapin blanc

Pflanzengruppe: Gehölz  

Untergruppe: Nadelgehölz

Familie: Pinaceae


Gilt als heimisch in: CH, DE, AT

Heimat: Europa, Nordafrika

Habitus: Grossbaum, Krone regelmässig, stumpf-kegelförmig

Höhe: 30.00 - 50.00 m

Drinnen/draussen: mehrjährig im Freien


Blüte: grün/grünlich

Blütezeit: Mai bis Juni

Fruchtfarbe: braun/beige/grau

Fruchtzeit: September bis Oktober

Spross/Stamm: braun/grau

Blattform: nadelförmig, 2 weisse Streifen auf Unterseite

Blattrand: ganzrandig

Blattstellung: Einzelnadel/Einzelschuppe

Belaubung: immergrün/wintergrün