Über 10 Silberweiden haben im September und Oktober 2019 ihren großen Auftritt im Klagenfurt Wörthersee Stadion. Vom Star-Landschaftsarchitekten Enzo Enea handverlesen fügen sie sich mit mehr als 270 anderen Bäumen zum authentischen Mischwald der Kunst-Intervention „FOR FOREST - Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ von Klaus Littmann. Die Silberweide ist hauptsächlich aus Parklandschaften und als Uferbewuchs bekannt. Dort ist sie Unterschlupf für Tiere und der Lieblingsbaum des Bibers. Leider ist ihr Bestand aber auch erheblich zurückgegangen.

Weit verbreitete Pionierpflanze mit Vorliebe für Gewässer

Die Silberweide ist in ganz Europa mit Ausnahme von Skandinavien, in Nordafrika und nach Osten bis nach Zentralasien heimisch. In Mitteleuropa kommt sie von der Ebene bis in mittlere Gebirgslagen vor. Sie wächst in Überflutungsgebieten in Ufergebüschen, in Auwäldern, an Altwässern, an Bächen oder Seen. Die Silberweide besiedelt als Pionierpflanze auch Gräben, Ufer von Restgewässern oder ehemaliger Kiesgruben und wird auch als Halden-Begrünung, zur Rekultivierung von Anbauflächen (Bodenverbesserung) oder als Windschutzgehölz eingesetzt.

Schützt vor Hochwasser und Erosion

In den Überschwemmungsbereichen großer Flüsse wachsen oft mächtige Exemplare der Silberweide. Die Bestände sind auf regelmäßige Überflutungen angewiesen und tragen dazu bei Hochwasser zu mildern und die Ufer zu stabilisieren. Mit ihrem breitflächigen Wurzelsystem kann die Weide die Erosion einschränken.

Gefährdeter Unterschlupf für Tiere und Lieblingsbaum des Bibers

Das Kernholz der Silberweide ist nicht durch Gerbstoffe vor Fäulnis geschützt und verwittern daher rasch. Deshalb sind alte Weidenbäume innen oft hohl. Solche Höhlen dienen Tieren als Unterschlupf oder sie füllen sich mit Humus und werden so zum Blumentopf für andere Pflanzen. Der Biber baut seine Wohnburgen meist in der Nähe von Weiden und benutzt sie als Nahrungsquelle. Durch den Verlust ihrer Biotope ist die Silberweide leider erheblich in ihrem Bestand zurückgegangen.

Gut zu flechten, für Cricketschläger, gegen Gicht und Gelbstich im Haar

Die Weidenruten der Silberweide wurden früher als Flechtmaterial verwendet. Aus ihrem weißgrauen Holz werden oft Cricketschläger, Prothesen oder Holzschuhe hergestellt, es spielt aber auch als Brennholz oder in der Papierindustrie eine Rolle. Die Rinde der Weide enthält das schmerzlindernde und fiebersenkende Salicin. Im 12. Jahrhundert empfahl Hildegard von Bingen Weidenrindentee gegen Fieber, Gicht und Gelenkrheumatismus. Im 17. Jahrhundert wurde die Rinde zur Medikamentenherstellung gegen Gicht und Rheuma verwendet. In der Haarpflege findet die Silberweide mittlerweile Anwendung zur Vermeidung des Gelbstichs bei älterem, ergrauten, blondiertem oder verchlortem Haar.

Steckbrief: Silber-Weide, 
Salix alba

IT: Salice comune

FR: Saule blanc

Pflanzengruppe:  Gehölz  

Untergruppe:  Laubgehölz

Familie:  Salicaceae


Gilt als heimisch in:  CH, DE, AT

Heimat:  Europa, Nordafrika, Naher Osten, N-/O-Asien

Habitus:  Baum, Krone rundlich, dichtbuschig

Höhe:  25.00 - 35.00 m

Drinnen/draussen:  mehrjährig im Freien


Blüte:  gelb 

Blütezeit:  April bis Mai

Fruchtfarbe:  braun/beige/grau, grün/grünlich 

Fruchtzeit:  September bis Oktober

Spross/Stamm:  braun/grau, weiss, rot/orange

Blattform:  schmal lanzettlich

Blattrand:  ganzrandig, gezähnt

Blattstellung:  wechselständig

Belaubung:  sommergrün